Blog Tech Künstliche Intelligenz in der Webentwicklung

Mai 2022

Künstliche Intelligenz in der Webentwicklung

So wird KI schon eingesetzt

Lesezeit: 4 Minuten

Chipsatz und künstliche Intelligenz Visualisierung

Was kann künstliche Intelligenz heute?

Viele verbinden künstliche Intelligenz mit der Vorstellung eines menschenähnlichen Roboters, der eigenständige Entscheidungen treffen kann. Wie ein Mensch entwickelt er sich ständig weiter, trainiert seine Fähigkeiten und vor allem sein Urteilsvermögen mit gesammelten Erfahrungen. In der Realität stellt sich allerdings heraus, dass wir hier sowohl in Sachen Hardware als auch softwareseitig noch Entwicklungspotenzial vor uns haben.

Mit dem Blogbeitrag „Künstliche Intelligenz – Mehr als selbstfahrende Autos?“ haben wir zum Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) bereits etwas Licht ins Dunkel gebracht. Hier haben wir uns einen kleinen Überblick über die aktuelle Lage und auch die bisherige Entwicklung verschafft – hier geht’s direkt zum Beitrag!

Nun bin ich aber kein Sci-Fi-Drehbuchautor, der sich ein fiktives und außergewöhnliches Szenarium für einen entsprechenden Film ausdenkt, sondern ein Developer, der sich fragt, wo künstliche Intelligenz im Web heute schon ihre Anwendung findet und welche realistischen Möglichkeiten in Zukunft umsetzbar sind.

Social Media

Quasi alle Social-Media-Plattformen finanzieren sich entweder über Werbeanzeigen oder Abonnements. Die Grundlage für die Gewinnmaximierung ist die Anzahl der aktiven User:innen und deren Verweildauer. Das bedeutet, das Ziel ist immer, die Nutzer:innen möglichst lange an die Plattform zu binden.

Nun ja, zu dieser Erkenntnis bin ich natürlich auch ohne künstliche Intelligenz gekommen, daher die Frage, was das alles mit dem Thema zu tun hat. Um User:innen möglichst lange auf einer Plattform zu halten, muss man deren Interesse wecken und vor allem aufrechterhalten. Entscheidend hierfür ist der Inhalt, der den Nutzer:innen vorgeschlagen wird.

Über die Jahre hat sich die Art und Weise, welcher Inhalt wem vorgeschlagen wird; stark individualisiert. Das Netz hat ein unvorstellbares Ausmaß an Komplexität dazugewonnen, sodass ein vordefinierter und immer gleich arbeitender Algorithmus nicht mehr ausreicht. Hier kommen die künstliche Intelligenz und Deep Learning ins Spiel, die anhand einiger Parameter den idealen Inhalt für jede:n Nutzer:in findet.

Künstliche Intelligenz und Suchergebnisse

Die KI macht es möglich, bei identischen Sucheingaben unterschiedliche Ergebnisse anzuzeigen.

Hier ein Beispiel:
Ein Mann ist sportbegeistert, geht zudem gerne ins Stadion und wohnt in Berlin. Eine Frau interessiert sich für die Natur und lebt eher abgelegen. Beide geben den Begriff „Eisbären“ in die YouTube-Suchleiste ein. Dem Mann werden Videos vom Berliner Eishockeyverein vorgeschlagen und der Frau Tierdokumentationen über Eisbären.

Einfachheitshalber habe ich in diesem Beispiel die Details der beiden fiktiven Personen gekürzt. Die künstliche Intelligenz passt ihre Suchergebnisse und Vorschläge unter anderem auch auf Herkunftsland bzw. -ort, Suchverlauf, angesehene Inhalte und deren Verweildauer, Interaktionen wie Likes und Kommentare sowie auf Abonnements der User:innen an.

Optimierung von Websites

Geht es um Informationsfluss, Leads oder Umsatzsteigerung für E-Commerce-Shops verfolgt jede Internetpräsenz ein Ziel. Es gibt allerhand Möglichkeiten, um die Performance einer Seite zu verbessern. Diese Optimierung wird auch heute schon betrieben, nur eben ohne KI.

So können wir beispielsweise mit AB-Tests User:innen verschiedene Versionen von Websites oder Buttons zur Verfügung stellen, steuern mit Google Optimize, wie diese Versionen ausgespielt werden und können dann auswerten, welche Version besser performt. Die Erstellung der alternativen Version sowie die Auswertung und der Umbau auf die bessere Variante passiert heute allerdings noch manuell.

Hier könnte in Zukunft eine KI eingreifen und den kompletten Prozess automatisieren. Das bedeutet, die künstliche Intelligenz analysiert die Elemente einer Website, programmiert selbst Alternativen und stellt diese dann einem gewissen Prozentsatz an Besucher:innen zur Verfügung. Nach der abschließenden Auswertung aller Kennzahlen wird dann automatisch die Website verändert.

Die Schwierigkeit dabei ist es, der KI das Programmieren beizubringen. Eine Kollaboration zwischen Microsoft und OpenAI hat in diesem Punkt bereits große Fortschritte gemacht: Deren KI ist bereits in der Lage, eine textbasierende Aufgabenstellung durch eigens geschriebenen Code zu lösen. Allerdings funktioniert die KI nur für Probleme bzw. Aufgabenstellungen, die bereits gelöst wurden. Zudem benötigt diese KI eine extreme Rechenleistung, die bisher noch nicht kommerziell zur Verfügung steht. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

Was ist sonst noch möglich?

Ansonsten gibt es noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten für künstliche Intelligenzen im Webbereich, wie z.B. Chatbots die als Supporthilfe fungieren. Diese existieren bereits ohne KI und funktionieren daher nur sehr eingeschränkt und reagieren nur auf bekannte Suchbegriffe, die wiederum von einer Datenbank aus geladen werden.

Google hat bereits bei ihrer Produktpräsentation Google I/O 2018 die neue Technologie Google Duplex vorgestellt. Diese ist in der Lage Telefonate zu führen und auf eine echte Konversation einzugehen und entsprechend zu reagieren. Somit ist auch für Chatbots eine Entwicklung weg vom standardisierten Antwortkatalog hin zu einer realistisch geführten Unterhaltung zu erwarten.

Künstliche Intelligenz: Mein Fazit

Gerade für repetitive Aufgaben kann uns eine künstliche Intelligenz sehr viel Arbeit abnehmen und Zeit sparen. Alles was darüber hinausgeht, wie beispielsweise eine komplette Website programmieren zu lassen oder neue Probleme zu lösen sind derzeitige KIs immer noch ein Stück entfernt. Vor allem die kommerzielle Nutzung wird hier noch etwas auf sich warten lassen. Trotzdem entwickeln sich künstliche Intelligenzen täglich in einem enormen Tempo weiter, daher bleibt es spannend den stetigen Fortschritt zu beobachten.

Armin Beer Junior Webdeveloper Teammitglied Burghausen

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mein Name ist Armin und ich bin bei Weder & Noch im Bereich Web Development tätig. Ich freue mich über Feedback oder Ihre Kontaktaufnahme. Wenn Sie mehr über uns als Agentur erfahren wollen, werfen Sie doch einen Blick auf unsere Seite.