Blog Agentur Gesellschaftsspiele in der Isolation

April 2020

Gesellschaftsspiele in der Isolation

Das Leben nach Netflix

Lesezeit: 9 Minuten

Schriftzug Game Night

Gesellschaftsspiele in der Isolation: Das Leben nach Netflix

In diesen Zeiten schafft es nicht nur Chuck Norris Netflix und Amazon einmal komplett durchzuschauen, sondern so gut wie jeder. Falls ihr mal keinen Bock mehr auf Bildschirme jeglicher Art habt, dienen euch Gesellschaftsspiele als Retter vor Langeweile und Eintönigkeit. Zwar bergen einige ein gewisses Konfliktpotential aber no risk no fun. Mit der einen oder anderen Regeländerung könnt ihr noch ein bisschen mehr Schwung, Spaß oder auch Alkohol ins Spiel bringen. Wir haben uns mal in unseren Büros umgehört und die Favoriten der Kollegen hier für euch aufgelistet:

1. Scrabble

Zwei bis vier Spieler, ein Spielbrett und Buchstabensteine, aus welchen Wörter gelegt werden müssen. Quasi ein Kreuzworträtsel rückwärts. Erfunden wurde das Spiel 1931 von Alfred Mosher Butts, einem amerikanischen Architekten. Bei der Buchstabenverteilung soll er sich angeblich an der Buchstabenhäufigkeit einer Titelseite der New York Times orientiert haben. Natürlich unterscheiden sich hier die verschiedenen sprachlichen Versionen. Das Y beispielsweise hat in der deutschen Version 10 Punkte in der englischen nur 4. Eins der besten Gesellschaftsspiele um in der Zeit zuhause die grauen Zellen etwas zu fordern.

Unnützes Wissen:
Seit 1991 findet alle zwei Jahre die Scrabble-Weltmeisterschaft statt. 2017 gewann in Nottingham der Australier David Eldar.

Was ist gefragt?
Ein großer Wortschatz!

Für mehr Abwechslung?
Schon mal Scrabble mit Dialekt probiert?

Gesellschaftsspiele: Buchstaben aus dem Mund eines Mann

2. Risiko

Der Klassiker unter den Strategiespielen! Erfunden in den 1950er Jahren von französischen Filmregisseur Albert Lamorisse. Zwei bis sechs Spieler versuchen der Reihe nach Gebiete und Kontinente in ihren Besitz zu bringen und so ihre Mission zu erfüllen.

Unnützes Wissen:
Wegen der militaristischen Ausdrucksweise sollte das Spiel 1982 verboten werden. Als Reaktion darauf wurden Formulierungen wie „erobern von Gebieten“ und „vernichten von Armeen“ durch „Befreien“ und „Auflösen“ ersetzt.

Was ist gefragt?
Strategisches Denken & Würfelglück

Für mehr Abwechslung?
Die Trinkspielversion! Wenn ein Spieler einen Kontinent komplett einnimmt, gibt es einen Shot. Oder ihr wählt verschiedene Länder aus und bei deren Eroberung wird getrunken. Es liegt in eurem Ermessen wie viele Länder ihr mit Shots besetzten wollt…
Oder ihr trinkt einfach jedes Mal, wenn ein Land erobert wird. Es liegt in eurem Ermessen wie viele Länder ihr mit Shots besetzten wollt …
Für fortgeschrittene Trinker mit umfangreich ausgestatteter Hausbar: den Ländern werden passende Getränke zugeordnet – Gin für England, Wodka für die Ukraine, Rum für Mittelamerika, Sake für Japan usw.

3. Monopoly

Zwei bis acht Spieler investieren, handeln und feilschen was das Zeug hält. 22 Grundstücke, vier Bahnhöfe und zwei Versorgungswerke gilt es möglichst früh im Spiel zu erwerben, um so von den Mitspielern Miete zu kassieren. Ziel des Spiels ist es selbst nicht bankrott zu gehen bzw. die Mitspieler in die Insolvenz zu treiben. Das kann lange dauern, sehr lange, und hat wohl schon einige Freundschaften und Familien auf eine harte Probe gestellt.

Unnützes Wissen:
Das längste Monopoly-Spiel dauerte 1680 Stunden, also 70 Tage.

Was ist gefragt?
Würfelglück & ein waches Auge beim Betreten der Grundstücke

Für mehr Abwechslung?
Eine Zusatzregel: Der Bankeinbruch am Anfang des Spiels. Die Hälfte des Geldes der Bank wird in die Mitte des Spielfeldes gelegt. Auf drei dürfen alle Spieler so viel davon nehmen wie sie nur können.

Gesellschaftsspiele: Mann mit Geld in den Haenden

4. Kakerlakensalat

112 Gemüsekarten und 16 Tabukarten oder „Kakerlakensalatkarten“. Die Karten werden gemischt und unter den zwei bis sechs Spieler verteilt. Reihum deckt jeder Spieler eine Karte auf, ohne sie vorher anzusehen, legt sie zügig auf den Stapel in der Mitte und muss das darauf abgebildete Gemüse richtig benennen. Doch aufgepasst! Das allein wäre ja zu einfach: werden zwei Karten mit der gleichen Gemüsesorte hinter einander gelegt, so muss bei der zweiten Karte eine andere Gemüsesorte genannt werden.

Bei der dritten gleichen Karte muss wieder ein anderes Gemüse genannt werden. Erscheint eine Kakerlakensalatkarte, darf das darauf abgebildete Gemüse bis zur nächsten Kakerlakensalatkarte überhaupt nicht mehr genannt werden. Beim Ziehen einer Kakerlakensalatkarte wird diese auf einen zweiten Stapel gelegt, beim Ziehen der nächsten wechselt man wieder zu dem anderen Stapel. Wer sich verhaspelt, muss alle Karten auf dem Tisch auf die Hand nehmen. Gewonnen hat natürlich, wer als erster keine Karten mehr hat. Na, verwirrt? Probiert es aus! Hat man die Regeln erstmal verinnerlicht geht es rund am Tisch.

Unnützes Wissen:
Für die Zeit nach Corona: einfach mal im Park oder Freibad Kakerlakensalat spielen und die Reaktion der Menschen beobachten, wenn ihr euch laut mit Gemüsenamen anschreit.

Was ist gefragt?
Gute Reaktion & Grundkenntnisse in der Botanik

Für mehr Abwechslung?
Die Trinkspielversion! Wer einen Fehler macht bekommt alle Karten UND einen Shot. Exponentieller Anstieg von Spaß garantiert!

5. Cluedo

Ein Toter, eine Villa und keiner will es gewesen sein. Du und deine Mitspieler bilden ein Team an Detektiven (zwei bis sechs Spieler) und bemüht euch um die Aufklärung dieses Mordes. Zu Beginn wird von den Kartensets der Verdächtigen, der Mordwerkzeuge und der Mordzimmer jeweils eine Karte verdeckt gezogen und zur Seite gelegt. Diese Karten gilt es im Laufe des Spiels zu ermitteln, denn sie legen fest, durch wen, wie und wo der Mord begangen wurde. Die restlichen Karten werden unter den Spielern verteilt, somit hat jeder eine andere Information über die Möglichkeiten, die ausgeschlossen werden können.

Jeder Mitspieler wählt einen Charakter für sich und wandert auf dem Spielfeld durch die Räume, um Verdächtigungen aufzustellen: „Ich verdächtige Herrn Blum unser Opfer in der Küche mit dem Messer erstochen zu haben.“ Durch geschicktes Kombinieren und Erfragen bei den Mitspielern wird der genaue Tathergang ermittelt. Gewonnen hat, wer die Frage nach Mörder, Tatwaffe und Tatort als erstes richtig beantwortet. Achja: es gibt sechs Verdächtige, sechs Tatwaffen und neun Räume – also insgesamt 324 verschiedene Lösungskombinationen. Viel Spaß!

Unnützes Wissen:
Das Wort Cluedo ist eine Verschmelzung aus den Wörtern Clue (Englisch für Hinweis) und Ludo (lateinisches Wort für Spiel). Diese Wortbildung aus zwei miteinander verschmelzenden Wörtern nennt sich übrigens Schachtel- oder Kofferwort.

Was ist gefragt?
Kombinationsgeschick, Zettel & Stift

Für mehr Abwechslung:
Die Trinkspielversion: bevor man einen Verdacht ausspricht, muss man trinken. Erweist dieser sich als falsch ein weiteres Mal.

Gesellschaftsspiele: Detektiv mit Lupe

6. Twister

Der Ersatz für das nicht genutzte Abo im Fitnessstudio. Zwei bis vier Spieler, 2 Quadratmeter Spielfläche, eine Drehscheibe und verdrehte Gliedmaßen. 1966 kam das Spiel auf den Markt und richtete sich eigentlich an Kinder, da es den Gleichgewichtssinn und die Koordination fördert. Allerdings erfreut es sich auch bei Erwachsenen an großer Beliebtheit.

Unnützes Wissen:
Als das Spiel 1966 erschien wurde es von Kritikern als „Sex in der Schachtel“ zerrissen

Was ist gefragt?
Gleichgewichtssinn & keine Berührungsängste

Für mehr Abwechslung:
Das Umfallen kann mit der Abgabe eines Pfandes oder dem Erfüllen einer Aufgabe bestraft werden. Oder auch ganz einfach: wer umfällt trinkt und wankt schon bald viel mehr).

7. Mensch ärger dich nicht

Der deutsche Gesellschaftsspiele Klassiker. Zwei bis sechs Spieler versuchen via Würfeln alle vier Spielfiguren von den Start- auf die Zielfelder zu ziehen. Dafür müssen die Figuren das Spielbrett einmal umrunden. Die Krux an der Sache: kommt eine Spielfigur auf ein Feld, das bereits von einer gegnerischen Figur besetzt ist, wird diese „geschmissen“ und auf die Startposition zurückversetzt. Der Name ist also Programm!

Unnützes Wissen:
Das Spiel geht auf ein altes indisches Spiel namens Pachisi zurück, welches auch in vielen arabischen Ländern weit verbreitet war. Durch die Mauren kam es schließlich über Spanien nach Europa, wurde dort in verschiedenen Ländern adaptiert und erschien schließlich im Jahre 1910 als „Mensch ärger dich nicht“ auch auf dem deutschen Markt.

Was ist gefragt?
Geduld & Würfelglück

Für mehr Abwechslung:
Ersetzt die Spielfiguren durch gefüllte Schnappsgläser. Wird ein Glas „geschmissen“ muss es ausgetrunken werden und zurück auf die Startposition. Auch Gläser die im Ziel ankommen werden geleert.

Gesellschaftsspiele: Wuetender schreiender Mann

8. UNO

Eins der wohl bekanntesten Gesellschaftsspiele überhaupt: UNO. Jeder Spieler bekommt sieben Karten, der Rest kommt als Stapel zum Ziehen in die Mitte. Die oberste Karte wird aufgedeckt und ist somit der Ablagestapel. Reihum versuchen alle Spieler ihre Karten abzulegen, wobei entweder die Zahlen oder die Farben der beiden aufeinander liegenden Karten übereinstimmen muss. Haken an der Sache: die Aktionskarten. Richtungswechsel, Aussetzen, „+2“, Farbwahl und natürlich die über gefürchtete „+4“ Karte! Ziel des Spiels ist es als erster alle Karten abgelegt zu haben. Vergisst man allerdings bei der letzten Karte auf der Hand „UNO“ zu rufen muss man den gesamten Ablagestapel auf die Hand nehmen.

Unnützes Wissen:
Laut einer Studie aus 2011 neigen kreative Menschen eher zum Schummeln…

Was ist gefragt?
Schnelligkeit & eine gute Hand

Für mehr Abwechslung:
Bei jeder gelegten Null werden reihum die Karten getauscht.

9. Das verrückte Labyrinth

Die perfekte indoor Schatzsuche für alle die daheimbleiben. 24 Suchkarten werden verdeckt an alle Mitspieler verteilt. Durch Verschieben der beweglichen Felder auf dem Spielfeld, versucht man den auf der aktuellen Karte abgebildeten Schatz zu erreichen, denn die Mauern des Labyrinths versperren den Weg. Doch manche Felder sind fixiert – Ziel ist es, durch geschickte Züge alle Schätze auf den Handkarten zu erreichen und zu sammeln. Gleichzeitig kann man natürlich versuchen die Mitspieler daran zu hindern wiederum ihre Schätze erreichen.

Unnützes Wissen:
Der Name „Das verrückte Labyrinth“ kommt nicht davon, dass das Labyrinth verrückt ist, sondern davon, dass die Gänge verrückt werden können. Verrückt, oder?

Was ist gefragt?
Räumliches Denken & Vorstellungsvermögen

Für mehr Abwechslung:
Wenn eine Figur aus dem Spielfeld geschoben wird, trinken alle.

Labyrinth 3D

In diesem Sinne, mögen die Spiele beginnen!

PS: Sie sind nicht so der Gesellschaftsspiele-Typ und wollen die Zeit eher dazu nutzen um ein Projekt oder Vorhaben endlich mal umzusetzen? Kein Problem, kontaktieren Sie uns einfach und wir helfen Ihnen gern dabei.

Julia Koellnberger Art Director Teammitglied Muenchen

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mein Name ist Julia und ich bin bei Weder & Noch im Bereich Art Direction tätig. Ich freue mich über Feedback oder Ihre Kontaktaufnahme. Wenn Sie mehr über uns als Agentur erfahren wollen, werfen Sie doch einen Blick auf unsere Seite.