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Februar 2020

Why Fonts matter

Warum Schriften unverzichtbar sind

Lesezeit: 4 Minuten

Typografie Buchdruck Buchstaben

Why Fonts matter: Warum Schriften unverzichtbar sind

Dem Einfluss von Schriften zu entfliehen klappt ungefähr genauso gut, wie sich in der heutigen Zeit dem Internet zu entziehen… Denn Schriften verfolgen uns auf Schritt und Tritt, beeinflussen uns, lenken uns in richtige und falsche Richtungen und geben in den meisten Fällen den Ton an.

Warum Schrift nicht gleich Schrift ist

Ob bewusst oder unbewusst: Wir alle sind Schrift-Konsumenten. Und zwar 24/7. Hier geht es nicht nur um das Handydisplay, Bücher oder die Anzeigetafel der U-Bahn. Schon an einem normalen Morgen, ohne das Haus verlassen zu haben, begegnen uns bereits an die 10 bis 20 verschiedene Schriftarten. Auf dem Wecker, der Zahnpasta, auf Kosmetik- oder der Müsliverpackung. Darum lohnt es sich Typographie etwas mehr Zeit und einen zweiten Blick zu schenken und dabei ihre versteckten Talente zu entdecken.

1. Fonts sind Geschichtenerzähler

Schriften brauchen fast kein Wort, um Türen zu fantastischen Universen zu öffnen. Jede Schrift macht dies auf ihre völlig eigene Art und Weise. Geschwungene Schriften sind verspielt und fantasievoll. Serifenschriften schaffen Vertrauen und wirken, als hätten sie eine ganze Menge Erfahrung in dem was sie tun. Heute könnte man Typografie gar als Storyteller oder Influencer bezeichnen. Sie vermitteln uns Inhalte, denen wir uns auf den ersten Blick nicht mal bewusst sind. In den meisten Fällen aber kann Typografie das nicht ganz alleine leisten und braucht etwas Unterstützung von Gestaltung, Textinhalt und natürlich dem Erfahrungshintergrund des Rezipienten. Doch davon abgesehen sind manche Schriften so gut im Geschichten erzählen, dass es zweitrangig wird, welches Wort sie umhüllen. Bei Marken wie Vogue oder Coca-Cola weiß jeder auf Grund der Schriftart, welche Story der Schriftzug bzw. die Marke erzählen will.

2. Schriften sind Zeitsparer

Stell dir nur mal vor du stehst vor dem Shampoo-Regal im Drogeriemarkt und bist auf der Suche nach einem bestimmten Produkt. Die bedruckten Flaschen zeigen dir schon allein durch die Wahl der Typografie um welche Art von Produkt es sich handelt; für Kinder, für Frauen, Bio-Shampoo und so weiter. Doch was wäre, wenn alle Flaschen die gleiche Arte von Typografie verwenden würden? Beispielsweise eine Helvetica – geradlinig, klassisch, aufgeräumt. Das Regal ist geordnet und stylisch, doch jedes Shampoo sieht auf den ersten Blick ziemlich gleich aus. So verschwinden die verschiedenen Marken im Einerlei der Flaschen und die Suche nach dem passenden Produkt wird zur Herausforderung.

Helvetica Schrift

3. Fonts sind Botschaften

Typografie kann die Bedeutung von Wörtern und ganzen Inhalten beeinflussen und sogar den Leser manipulieren. Eine bewusst gewählte Schriftart wird mit Werten aufgeladen, die dem Betrachter unterbewusst kommuniziert werden und ihn so in eine bestimmte Richtung lenken. Vergleichen kann man diese Wirkungsweise zum Beispiel mit der Kleidung oder der Verhaltensweise von Menschen. Um eine gezielte Wirkung auf andere zu erreichen (z. B. bei einem Bewerbungsgespräch), hüllt sich der Mensch in die passende Kleidung. Text wird in Typografie verpackt und so gezielt mit einer Botschaft an den Betrachter verknüpft.

4. Schriften sind Navigatoren

Egal ob beim Autofahren, im öffentlichen Nahverkehr oder zu Fuß auf der Suche nach einer bestimmten Straße. Schrift hilft uns, uns in unserem Umfeld zurecht zu finden. Klare Typografie ist wichtig, um schnell zu kommunizieren, wohin es geht, sodass wir ohne Umwege finden wonach wir suchen. Der Einfluss von Schrift reicht sogar soweit, dass an ihrem Stil erkannt werden kann in welchem Land oder in welcher Stadt man sich gerade befindet. Beispielsweise die vom Jugendstil inspirierte Beschilderung der Metro in Paris oder die Schriftzüge aus der Londoner U-Bahn, die als inoffizielle CI-Schrift der englischen Hauptstadt verwendet werden.

5. Fonts sind emotional

Rot ist die Farbe der Liebe, Grün die der Hoffnung. Dieses Zuordnen von Gefühlen lässt sich auch auf Schrift adaptieren. Sie schafft beim Betrachter bestimmte Assoziationen und ruft Emotionen hervor. Schriften können süß aussehen, sauer oder zäh wie Kaugummi sein. Aber genauso können sie ein warmes, heimeliges Gefühl vermitteln oder nach Paragraphen und Tabellen aussehen. Auch wenn es sich dabei immer noch um eine Schriftart handelt, kann trotzdem jeder von uns die Typografie und die dahinter versteckte Marke spüren, denn Typografie beeinflusst unsere Sinne, lässt uns fühlen, schmecken und riechen.

Schriften als Allround-Talente

Typografie ist ein Multitalent mit vielen Facetten und Fähigkeiten. Designer und Typografen nutzen genau diese Eigenschaften, um Marken und Layouts eine eigene Handschrift zu verleihen, die neben textlichen und bildlichen Inhalten mit dem Betrachter kommuniziert.

Also beim nächsten Schriftzug einfach mal genauer hinsehen und die Geschichte, die die Typografie erzählt einfach mal wirken lassen, denn „Every Type Tells A Story!“

Wie Sie all das für Ihr Geschäftsmodell nutzen können und welche Tricks und Kniffe – dabei zu beachten sind, können wir Ihnen gerne bei einem persönlichen Gespräch näher erläutern und individuell für Ihre Bedürfnisse planen.

Julia Koellnberger Art Director Teammitglied Muenchen

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mein Name ist Julia und ich bin bei Weder & Noch im Bereich Art Direction tätig. Ich freue mich über Feedback oder Ihre Kontaktaufnahme. Wenn Sie mehr über uns als Agentur erfahren wollen, werfen Sie doch einen Blick auf unsere Seite.