Blog Tech Google Analytics 4

Januar 2021

Google Analytics 4

Der Beginn einer neuen Ära

Lesezeit: 5 Minuten

Google Analytics 4 ist da

Seit Ende des letzten Jahres steht uns nun die Beta von Google Analytics 4 zur Verfügung und wir haben bereits viele unserer Properties auf das neue Datenmodell umgestellt. Dabei haben wir viele Eindrücke der neuen Analytics Version gesammelt und diese mit der vorherigen Version Universal Analytics verglichen. Was die wesentlichen Unterschiede sind und ob sich ein Wechsel zu Google Analytics 4 bereits lohnen kann, beantworten wir Ihnen hier.

Google Analytics 4 – Upgrade oder nicht? Eine Definitionsfrage!

Google bezeichnet GA4 als ein Upgrade von UA . Allerdings entspricht dies aktuell noch nicht ganz den Tatsachen. Unter einem Upgrade verstehen wir, dass man die frühere Version verliert und nur mehr die neuen Funktionalitäten erhält. Im Falle von Analytics 4 bedeutet Upgrade allerdings, dass lediglich eine neue Property mit GA4 Funktionalitäten erstellt wird. Die bestehende UA Property bleibt dabei bestehen und dient als Grundlage für das Setup der neuen Property. Auch nach Erstellung der GA4 Property bleibt die „alte“ UA Property bestehen und sammelt weiterhin Daten.

Aber Achtung: Neue Properties werden nun automatisch mit Google Analytics 4 erstellt. Während des Setups hat man aber die Möglichkeit eine Universal Analytics Property (oder wahlweise auch gleich beide) zu erstellen.

Welche wesentlichen Unterschiede sind uns aufgefallen?
Natürlich gibt es hier noch deutlich mehr, wir möchten uns aber hier auf die größten Änderungen für den Endverbraucher im Umgang mit dem neuen System beschränken.

1. Neues Datenmodell

Google Analytics 4 hat ein komplett neues Datenmodell als die Vorgängerversion und basiert auf Events und Nutzern. Jede Session ist nun ein Event, jede Page View ebenfalls und überhaupt wird jede Interaktion mit dem Browser nun automatisch getracked und kann als Event ausgegeben werden.

Diese Umstellung an der Datenbasis und dem Vorgehen, wie Analytics nun Daten sammelt und ausgibt, hat nun natürlich auch Auswirkungen auf bekannte und bewährte Universal Analytics Funktionalitäten wie zum Beispiel Views, Bounce Rate oder Goal- und Conversion Tracking. Dazu aber gleich noch mehr.

2. Abschaffung von Views

In Universal Analytics gibt es die Möglichkeit, eine View zu erstellen, um Daten herunterzubrechen oder zu klassifizieren (zum Beispiel für Trafficfilter oder verschiedene Conversion Ziele). Dieses Feature gibt es in GA4 nun nicht mehr bzw. nun in einer anderen Form. Anstatt per Views lassen sich die Daten nun via Analysis Hub oder dem Segmentation Feature weiter unterteilen und separat gegenüberstellen.

3. Veränderung von Event Tracking

Wie eingangs bereits schon erwähnt werden Events nun auf eine andere Weise getracked und sind nun wesentlicher Bestandteil des neuen Datenmodells. Unter Universal Analytics mussten für Events bestimmte Parameter mitgegeben werden (die allseits bekannten Category, Action und Label Attribute). Dadurch, dass Events jetzt weitgehend automatisiert ausgelesen werden, gibt es nur mehr die Möglichkeit Parameter und Werte zu jedem Event hinzuzufügen.

Uns gefällt das neue Event Tracking sehr gut und sorgt für ein vereinfachtes Setup und gleichzeitig mehr Daten. Darunter fallen zum Beispiel auch Events wie Scrolltiefe, Link clicks, Downloads, Engagement mit eingebetteten Videos und On-Site Search die beim Erstellen der GA4 Property automatisch aufgesetzt werden (sie lassen sich natürlich auch nachträglich wieder deaktivieren).

4. Goal- und Conversion Tracking

Ein weiteres sehr gutes Feature ist die Umstellung von Conversion Zielen. Unter Universal Analytics müssen Goals in der relevanten View manuell konfiguriert werden (via zuvor erstellten Events und der Mitgabe von Parametern). In Analytics 4 ist ja jedes Ziel bereits als Event angelegt. Es muss also lediglich als Conversion Event konvertiert werden. Thats it.

5. Keine Bounce Rate

Viele User von Google Analytics nutzen seit vielen Jahren die Bounce Rate als Metrik für die Auswertung von Marketingkampagnen. Seit Google Analytics 4 ist die Bounce Rate allerdings nicht mehr vorhanden. Stattdessen werden Engaged Sessions genutzt um die Interaktion zu messen. Eine Engaged Session definiert sich dabei als Besuch, der mindestens 10 Sekunden mit der Seite oder der App interagiert, zwei Page View Events oder ein Conversion Event aufweist.

6. Weniger Reports

Google Analytics 4 bietet eine begrenzte Anzahl von vordefinierten Reports. Viele der bekannten Reports aus UA sind dabei nicht länger vorhanden. Offenbar sind aber viele Reports schlichtweg noch nicht verfügbar, da sich GA4 noch in der Entwicklung befinde. Diese werden entweder noch nach und nach implementiert oder machen aufgrund des neuen Datenmodells keinen Sinn mehr und werden deshalb nicht länger benötigt.

Stattdessen liefert Google ein Analysis Hub, das Ähnlichkeiten zum Data Studio aufweist und zum Erstellen von Custom Reports verwendet werden kann. Wie auch im Data Studio wird hier mit Dimensions und Metrics gearbeitet. Wer also bereits das Data Studio für Reports genutzt hat (wie wir) sollte sich hier also schnell zurechtfinden.

7. Zahlen stimmen nicht überein

Da es zwischen GA4 und UA Unterschiede in der Messung, dem Datenmodell und der Verwertung von Hits gibt, werden einige Zahlen zwischen den verschiedenen Systemen nicht übereinstimmen.

Was ist unsere Empfehlung?

Auf lange Sicht gesehen wird Google Analytics 4 das bestehende Universal Analytics ablösen, soviel ist klar. Solange sich das System allerdings in der Entwicklung und der Beta befindet, raten wir davon ab ausschließlich GA4 für die Auswertung von Websitedaten zu verwenden. Dennoch halten wir das System nach einiger Eingewöhnungszeit für ein solides Grundgerüst für die Zukunft auf das wir definitiv gerne aufbauen.

Nach Umstellungen an einigen unserer Tags und Custom Events im Tag Manager sind wir begeistert von den Out of The Box Funktionalitäten und dem Event Tracking das nun deutlich weniger Zeit zum Setup benötigt. Wir fahren mittlerweile auf fast allen unseren Account zweigleisig mit einer UA- und einer GA4 Property und das ist auch unsere Empfehlung für unsere Kunden.

Sie haben noch offene Fragen? Kontaktieren Sie uns jederzeit, wir beraten Sie gern.

Julius Bergs Online Marketing Manager Teammitglied Burghausen

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mein Name ist Julius und ich bin bei Weder & Noch im Bereich Digital Products tätig. Ich freue mich über Feedback oder Ihre Kontaktaufnahme. Wenn Sie mehr über uns als Agentur erfahren wollen, werfen Sie doch einen Blick auf unsere Seite.