Blog Tech Ein Tag im Leben eines WordPress-Entwicklers

September 2020

Ein Tag im Leben eines WordPress-Entwicklers

Wie ein Projekt bei uns abläuft

Lesezeit: 6 Minuten

Scrabble Buchstaben WordPress

Der Alltag eines WordPress Entwicklers

Dieser Blog-Beitrag bringt mal etwas Licht ins Dunkle. Wir Entwickler von Weder & Noch sitzen nicht klischeemäßig den ganzen Tag im Keller und starren auf Bildschirme. Im Gegenteil. Wir sitzen wie jeder andere im Büro und machen unsere Arbeit. Und ich nehme mir mal die Zeit, um über meinen Alltag als WordPress-Entwickler zu sprechen.

Was ist WordPress überhaupt?

Wir beginnen einfach mal bei den Basics, um die Laien nicht hier schon zu verlieren. WordPress ist ein sogenanntes „Content-Management-System“, zu Deutsch „Inhaltsverwaltungssystem“. Die gängige und wahrscheinlich auch deutlich bekanntere Abkürzung „CMS“ hat bestimmt jeder schon einmal gehört. Mit solchen Systemen lassen sich Inhalte auf Websites leicht und von beinahe jedem anpassen und bearbeiten. WordPress ist das weltweit am häufigsten verwendete CMS und somit wurden rund 30 % aller Websites im Internet mit WordPress erstellt. WordPress wurde am 03. Januar 2004 von Matthew Mullenweg, Mike Little und Michel Valdrighi auf der Basis von dem von Valdrighi programmierten Weblogsystem b2/cafelog entwickelt.

Ursprünglich war WordPress nur als einfach zu pflegendes Blog-System gedacht, hat sich aber über die Jahre immer weiter zu einem eigenständigen CMS entwickelt. Bereits ab der Version 1.5 war es möglich, statische Seiten zu pflegen und seitdem hat sich der heutige Marktführer immer weiter etabliert.

Woher kommt die Popularität von WordPress?

WordPress ist eine Open-Source Software, das heißt, jeder kann den Code einsehen und gegebenenfalls mitarbeiten. Allein durch diese Möglichkeit haben bereits unzählige Programmierer ihren „Senf“ dazu gegeben und sogar Probleme, die sie gestört haben, selbst beseitigt, wodurch sich das System stetig verbessert hat. Gleichzeitig ist dieses CMS auch für Personen, die nicht programmieren können, gut nutzbar. Denn es wurde genau mit diesem Grundgedanken entwickelt: „Es soll für die breite Masse verfügbar sein und dabei vor allem leicht zu bedienen sein.“

Durch diese Faktoren ist eine riesige Community entstanden, aufgrund dessen es unzählige Erweiterungen gibt. Beispielsweise wurde ein eigener Shop und viele weitere komplexe Funktionen hinzugefügt. Dadurch ist eine WordPress-Seite auch ohne größere Probleme skalierbar: Man startet mit einer Landingpage und Stück für Stück wird mehr entwickelt und Funktionen können der eigenen Website stetig hinzugefügt. Je nach Anforderungen kann dieses „Baukastenprinzip“ auch durchaus äußerst kompliziert werden, vor allem beim Ineinandergreifen vielerlei Funktionen.

WordPress ist sowohl für einen Onepager als auch für einen Onlineshop mit Anbindung zu einem Warenwirtschaftssystem nutzbar. Es sind kaum Grenzen gesetzt. Auch SEO ist in diesem CMS schon teilweise integriert. Es werden standardmäßig Titel-Tags und Meta Beschreibungen für alle Dateien und Seiten gesetzt, wodurch Ihre Website besser über Suchmaschinen auffindbar gemacht wird.

Aber auch dem Ursprung ist sich WordPress treu geblieben: den Blogs. Das CMS wirbt mit dem Feature „5-Minuten-Installation“. Vom Herunterladen des Pakets mit dem Quellcode bis hin zum fertigen Blog werden nach Entwicklerangaben weniger als fünf Minuten benötigt. Die Einrichtung erfolgt über einen Webbrowser und erfordert über das Erstellen der Datenbank hinaus keine Administrationskenntnisse.

Damit nicht jede Website gleich aussieht, gibt es für WordPress die sogenannten Themes, mit denen die eigenen Wünsche gestalterisch und funktional individualisiert werden können. Dabei ist die Auswahl riesig, da es unzählige von Programmierern gefertigte Themes gibt, mit denen dem Standard-Nutzer das Leben so einfach wie möglich gemacht wird. Dennoch ist viel Individualität durch sogenannte „Child Themes“ möglich, mit welchen man das Theme zwar anpassen kann, die gemachten Änderungen aber trotzdem nicht durch ein Theme Update verloren gehen.

Screenshot aus WordPress Backend

Wie läuft ein durchschnittliches WordPress Projekt für mich ab?

1. Das Fundament jeder Website
Ich als Entwickler starte erst später in dem jeweiligen Projekt mit meiner eigentlichen Arbeit. Davor wird im Regelfall erst mit dem Kunden zusammen der Seitenbaum, die User Experience und das Screen-Design erarbeitet. Letzteres wird in enger Zusammenarbeit mit einem Webdeveloper erstellt, um alles im Bereich des Möglichen zu halten. Sobald das finale Screen-Design vom Kunden freigegeben wurde, geht es ab in die Programmierung und meine Arbeit beginnt.

Als erstes wird eine grobe To-do Liste erstellt, um das Projekt strukturiert abzuarbeiten. Sobald der Projektplan steht, setzt ein Webdeveloper anhand des „W&N Dummys“ eine neue WordPress-Installation auf. In unserem Dummy sind eine Handvoll eigens entwickelter Elemente und entsprechende allgemeine Anpassungen, die auf beinahe jeder Seite verwendet werden, enthalten. Man könnte es als unser firmeneigenes Toolkit bezeichnen.

2. Die Entwicklung – Schritt für Schritt
Als Nächste wird meist die Startseite aufgebaut und der Content, wenn bereits vorhanden, eingepflegt. Dies ist wichtig, denn das Design steht und fällt mit den Inhalten und muss daran angepasst werden, damit am Ende alles so aussieht wie im Screen Design bestimmt. Nach der Home-Seite werden nach dem gleichen Vorgehen die Unterseiten bearbeitet. Wenn spezielle Funktionen oder Features auf der Seite eingebunden werden sollen, wie z. B. ein Kontaktformular, werden diese erst abgesprochen und parallel dazu programmiert.

Das programmierte Gegenstück zum Screen-Design wird regelmäßig vom entsprechenden UX-Designer gegengeprüft, denn vier Augen sehen mehr als zwei.

3. Abschließendes Qualitätsmanagement
Wenn die Programmierung und das Styling abgeschlossen ist, starten wir das Cross-Browser- und Cross-Device Testing. Bei diesem Vorgang wird die Website auf allen gängigen Browsern und dem Internet Explorer getestet. Erstaunlicherweise kommt der Internet Explorer auch im September 2020 noch immer auf einen Nutzungsanteil von 4,4%. Chrome führt mit 48,02% das Feld nach wie vor unangefochten an. Darauf folgen Firefox (22,62%), Safari (9,85%), Edge (7,03%), Opera (4,54%) und Edge Legacy (2,28%) (Quelle: StatCounter, September 2020, Link).

Ebenfalls wird das Ergebnis der Programmierung auf verschiedenen Geräten betrachtet, da jeder Browser und jedes Endgerät Dinge etwas anders darstellt. Daher ist Responsive Design ebenfalls ein sehr großes Thema. Denn schließlich muss eine Website auf jedem Smartphone genau so gut aussehen wie auf jedem Desktop-Rechner. Wie Sie sich vorstellen können, gibt es unzählige verschiedene Bildschirm-Größen und auf jedem Einzelnen muss die Website gut aussehen.

Erst wenn alle beim Testing aufgetretenen Probleme beseitigt wurden und die Web-Version dem Screen Design entspricht, kann man behaupten, dass die technische Umsetzung erfolgreich abgeschlossen ist. Je nach Projekt und Budget pflegt der W&N Entwickler den Inhalt der Website selbst ein oder gibt einen kleinen WordPress-Workshop, damit unser Kunde das Content Management selbst übernehmen kann.

4. Go Live
Nachdem alle Inhalte eingepflegt sind, schieben wir die Website von unserem Entwickler-Server, auch dev-Server genannt, auf den Live-Server und das Projekt ist für uns abgeschlossen. Allerdings bieten wir neben der Erstellung einer Website nach den eigenen Wünschen ebenfalls das Hosting und stetige Wartung an. Vor allem Letzteres ist sehr zu empfehlen, damit die Website auch in Zukunft die vereinbarten Funktionen und das Design hat. Denn wie Sie sicherlich wissen, ist das Internet kein stetiges Medium. Es verändert sich beinahe sekündlich. Daher umfasst unser Wartungsangebot nicht nur Updates für WordPress selbst, sondern auch für alle Themes und Plug-Ins. Ebenfalls inbegriffen ist ein wöchentliches Full-BackUp und ein tägliches Datenbank-BackUp, damit wir im Fall der Fälle auf dieses zurückgreifen können.

Haben Sie weitere Fragen? Dann kontaktieren Sie uns gerne jederzeit unverbindlich.